Märchen aus aller Welt
Märchendeutung
Märchen aus aller Welt

Mär­chen­deu­tung & Mär­chen­in­ter­pre­ta­tio­nen

Mär­chen­deu­tung und Sym­bolb­e­deu­tung

Märchendeutung MärcheninterpretationenVon der Wie­der­ent­de­ckung unserer Symbole in unseren Mär­chen­deu­tungen. Die Märchen sind ein wahrer See­len­schatz. Was sie dem Geiste geben, bleibt erhalten - noch über unsern Tod hinaus und wird in späteren Er­den­le­ben Früchte bringen. Ganz­heit­li­che geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Forschung und Analyse, nach­hal­ti­ge Mär­chen­for­schun­gen und Mär­chen­in­ter­pre­ta­tio­nen. In der Welt der Märchen gilt es die Symbole des Geistes richtig zu in­ter­pre­tie­ren, damit man nicht vom Wege abkommt.

Symbole er­for­schen und in­ter­pre­tie­ren

Märchen Erzählerausbildung buchenSeit langem ist eine Bewegung im Gange, die auf die Ent­fer­nung des deutschen Volks­mär­chens aus der Kin­der­er­zie­hung abzielt, und die wun­der­lichs­ten Gründe werden dafür ins Treffen geführt. Es gibt Leute, die sehr wohl wissen, was sie mit solchen Be­stre­bun­gen erreichen wollen. Alles, was aus der geistigen und ge­schicht­li­chen Heimat unserer Art stammt, soll un­ter­drückt werden; denn alles das fürchten jene, die aus den Völkern eine al­ler­welts­glei­che Her­den­mensch­heit unter ihrer eigenen Ober­herr­schaft machen möchten, und denen dabei das art­be­wuss­te Deutsch­tum immer als ein „Mene tekel“ im Wege steht.

Wintermärchen Leipzig AufführungAndere leisten diesen Gegnern unserer ein­ge­bo­re­nen deutschen Wesensart Ge­folg­schaft, aus lauter „In­tel­lek­tua­lis­mus“. Sie wissen nicht, was sie tun. Viel­leicht werden einige von ihnen hellhörig, wenn sie diese Büchlein gelesen haben. Viel­leicht erkennen sie, in welch un­glaub­li­cher Weise sie eine Verarmung unseres Volkstums her­bei­füh­ren wollen, und lassen jene allein, denen ein starkes ge­bil­de­tes Deutsch­tum verhasst ist in all seinen Le­bens­äu­ße­run­gen, weil sie ein Hemmnis ihrer Absichten darin erblicken und viel­leicht sogar eine immer währende stille Bedrohung des von ihnen schon Er­reich­ten…

Mär­chen­deu­tung der Symbolik

Märchenseminare buchenLiebes Märchen, du edles Göt­ter­kind! Tue einmal dein son­nen­strah­li­ges Au­ßen­ge­wand von dir! Sie wissen ja nicht, dass du dann noch schöner glänzest, noch höher und reicher er­scheinst, deinen Deutschen! Und das du dann die Kin­der­hand fahren lässt, um die Großen am Arm zu nehmen und in Höhen zu führen, in die der hastende und er­wer­ben­de und ge­nie­ßen­de Ei­gendrang dieser Zeit nicht gelangen kann! Liebes deutsches Märchen, hüllenlos, in deinem inneren Wesen tritt vor all die weih­nacht­li­chen Mär­chen­dich­ter und Mär­chen­dich­te­rin­nen unserer Tage und sprich: „Hört doch endlich auf, mich in Ein­zel­tei­le zu zerreißen und die immer wieder in anderer Rei­hen­fol­ge an­ein­an­der zu nähen; ihr wisst ja alle, alle nicht, was ihr tut!

Ich bin schon da, ihr braucht mich nur zu verstehen, dann schafft ihr mich nicht immer wieder neu, denn was ihr zuwege bringt, sind Schemen! Flit­ter­klei­der hängt ihr um ein Draht­ge­stell, wie der Wa­ren­haus­in­ha­ber eine Puppe ins Schau­fens­ter stellt, und das soll ein Märchen sein? O ihr Lieben, lernt mich doch erst sehen wie ich bin.“

Weihnachtsmärchen Leipzig LesungenGutes Märchen, gehe auch zu den Pädagogen uns sage ihnen: Nehmt mich um Gottes Willen nicht in den Schraub­stock, nachdem ich mich vor euch blicken ließ! Wenn ihr mein ei­gent­li­ches Sein vor eurer her­an­wach­sen­den Schü­ler­schar einmal ersehen lassen könnt in rascher Spie­ge­lung, dass die Gemüter eine heilige hohe Ahnung meines Wesens durch­zuckt, so will ich euch dankbar sein. Aber ver­wan­delt mich nicht in ein Lehrbuch mit Lernen und Abfragen, sonst sollt ihr mir allesamt vom großen Zauberer ver­wünscht werden hinter den Berg, wo weder Sonne noch Mond hin­scheint, und wenn ihr behauptet, ihr hättet mich gesehen, dann werde ich euch ver­leug­nen! Wehe, wenn ihr den Duft meines Wesens von mir nehmt; wald­ge­wo­ben bin ich, nicht stu­ben­er­ses­sen!

Und dann, liebes Märchen, gehe noch zu jemanden und grüße ihn von mir; du hast dich ihm längst in deiner ganzen Pracht enthüllt.

Ich meine den - Meister Guido von List in Wien.

Märchen Leipzig LesungenEndlich aber, lieb Märchen, drehe dich vor aller Welt recht schnip­pisch um und sprich: „So sehe ich gar nicht aus, wie der Schreiber dieses Buches mich be­schrie­ben hat!

Ich bin in Wirk­lich­keit viel schöner, viel reicher – kann ich dafür, dass eure Augen so blöde sind?“

Wenn du nicht so sprichst, so gehen welche her und machen aus dem, was ihnen hier auf­ge­zeigt wird, ein Dogma, und ruhen nicht eher, als bis sie einen richtigen Hen­kel­t­opp fertig haben, aus dem man die ganz allein echte pa­ten­tier­te und pri­vi­le­gier­te Mär­chen­deu­tungssuppe in die Lande gießt.

O, ich verlange viel von dir, lieb Märchen! Aber nun wär’s am Ende. Beglücke alle, und wenn du magst, so gib mir wieder Audienz; ich will sie höher schätzen als die von Königen und Kaisern!

Berlin-Lich­ter­fel­de, Nebelungs 1913.

In­halt­li­che Quelle

Märchendeutungen – Sinn und Deutung der deutschen Volks­mär­chen von Phillip Stauff (auszugsweise) – Priber & Lammers Verlag